Cold Brew ist der perfekte Kaffee für heiße Tage: kalt gebrüht, wunderbar mild und von Natur aus säurearm und leicht süßlich. Hier erfährst du, wie du Cold Brew Schritt für Schritt selber machst, welches Kaffee-Wasser-Verhältnis, welcher Mahlgrad und welche Ziehzeit passen und wie du ihn am besten servierst. Diese Seite ist Teil unserer Übersicht zur Kaffeezubereitung.
Was ist Cold Brew?
Cold Brew ist Kaffee, der über viele Stunden mit kaltem oder zimmerwarmem Wasser extrahiert wird – ganz ohne Hitze. Das Kaffeemehl zieht dabei meist 12 bis 24 Stunden im Wasser, danach wird es abgefiltert. Weil kaltes Wasser weniger Säuren und Bitterstoffe löst als heißes, schmeckt Cold Brew besonders weich, mild und natürlich süß. Serviert wird er kalt, gern auf Eis, pur oder mit Milch.
Was ist der Unterschied zwischen Cold Brew und Eiskaffee?
Der Unterschied liegt in der Brühtemperatur: Cold Brew wird von Anfang an kalt extrahiert, klassischer „Iced Coffee“ dagegen heiß gebrüht und anschließend über Eis abgekühlt. Heiß gebrühter und dann gekühlter Kaffee behält die kräftigere Säure und Bitterkeit der Heißextraktion, während Cold Brew deutlich milder bleibt. (In Deutschland meint „Eiskaffee“ außerdem oft Kaffee mit Vanilleeis – das ist noch einmal etwas anderes.)
Wie mache ich Cold Brew selber?
So setzt du Cold Brew Schritt für Schritt an – am einfachsten in einer French Press oder einem verschließbaren Krug:
- Grob mahlen: Mahle den Kaffee grob, ähnlich wie für die French Press.
- Ansetzen: Gib den Kaffee ins Gefäß und übergieße ihn mit kaltem, gefiltertem Wasser. Rühre einmal um, damit das Pulver vollständig benetzt ist.
- Ziehen lassen: Stell das Gefäß abgedeckt für 12 bis 24 Stunden in den Kühlschrank.
- Abfiltern: Drücke die French Press herunter oder gieße den Cold Brew durch ein feines Sieb mit Papier- oder Kaffeefilter – so wird er schön klar. WICHTIG dabei ist: Lieber noch Mal filtern. Damit die Fines weg ist, dann hält der Kaffee länger und wird über die Zeit nicht bitterer.
- Servieren: Auf Eis genießen, pur oder mit Wasser bzw. Milch verdünnt. Im Kühlschrank hält er sich mehrere Tage.
Welches Verhältnis von Kaffee und Wasser brauche ich für Cold Brew?
Für trinkfertigen Cold Brew rechnest du mit etwa 70 bis 100 Gramm grob gemahlenem Kaffee pro Liter kaltem Wasser – das entspricht ungefähr einem Verhältnis von 1:10 bis 1:15. Möchtest du ein Konzentrat, das du später mit Wasser, Milch oder Eis verdünnst, nimmst du mehr Kaffee, etwa im Verhältnis 1:5 bis 1:8. Am besten tastest du dich an deinen Geschmack heran und notierst dir, was dir am besten gelingt.
Welcher Mahlgrad ist der richtige für Cold Brew?
Für Cold Brew brauchst du einen groben Mahlgrad – ähnlich grobkörnig wie Meersalz oder Semmelbrösel. Ein grober Mahlgrad verhindert, dass der Kaffee über die lange Ziehzeit überextrahiert und bitter wird, und er lässt sich später leichter abfiltern. Zu fein gemahlener Kaffee macht den Cold Brew dagegen trüb und kann streng schmecken.
Wie lange muss Cold Brew ziehen?
Cold Brew sollte etwa 12 bis 24 Stunden ziehen, am besten im Kühlschrank. Eine kürzere Ziehzeit (rund 12 Stunden) ergibt einen leichteren, eine längere (bis 24 Stunden) einen kräftigeren Cold Brew. Deutlich über 24 Stunden solltest du nicht gehen, sonst kippt der Geschmack ins Bittere. Wer bei Zimmertemperatur ansetzt, verkürzt die Zeit, sollte den Cold Brew danach aber zügig kühlen.
Welche Bohnen eignen sich für Cold Brew?
Für Cold Brew eignen sich am besten mittlere bis hellere Röstungen mit fruchtigen, schokoladigen oder nussigen Noten, weil die milde Kaltextraktion diese feinen Aromen besonders schön herausarbeitet. Dunkle Espresso-Röstungen funktionieren zwar auch, schmecken aber schnell erdig und wenig spannend. In unserem Shop findest du dafür passende hellere Röstungen – zum Beispiel unseren fruchtig-ausgewogenen Brasilien-Blend „Odewälder Liebsche“ mit Noten von Milchschokolade und Steinobst.
Wie lange ist selbst gemachter Cold Brew haltbar?
Trinkfertiger Cold Brew hält sich im Kühlschrank luftdicht verschlossen etwa 5 bis 7 Tage. Ein Konzentrat bleibt sogar bis zu zwei Wochen frisch, weil es weniger Wasser enthält. Wichtig ist, das Kaffeemehl nach dem Ziehen vollständig abzufiltern – sonst extrahiert der Kaffee weiter und wird bitter.
Hat Cold Brew mehr Koffein als normaler Kaffee?
Cold Brew enthält oft mehr Koffein als eine normale Tasse Filterkaffee, vor allem als Konzentrat. Der Grund ist das hohe Verhältnis von Kaffee zu Wasser und die lange Ziehzeit. Trinkst du den Cold Brew jedoch stark verdünnt, relativiert sich der Koffeingehalt wieder – wie viel drinsteckt, hast du über die Verdünnung selbst in der Hand.
Wie trinkt man Cold Brew am besten?
Am besten schmeckt Cold Brew eisgekühlt und pur, damit die milde Süße zur Geltung kommt. Beliebt sind außerdem Cold Brew mit einem Schuss Milch oder Hafermilch sowie ein „Cold Brew Tonic“, bei dem du den Kaffee mit Tonic Water aufgießt – erfrischend und leicht herb. Wer es süßer mag, rührt einen Löffel Sirup ein oder gibt einen Spritzer Zitrone dazu.
Noch mehr Zubereitungsarten findest du in unserer Übersicht zur Kaffeezubereitung. Und die passenden frisch gerösteten Bohnen für deinen Cold Brew gibt es direkt bei uns im Shop.
